Entity in Charge of Maintenance

Grundlagen des ECM

Basis der ECM-Anforderungen stellt die Verordnung EU Nr. 445/2011 dar.

Im Rahmen dieser Verordnung sind gegenwärtig für den Betrieb von Güterwagen Anforderungen für die Instandhaltung im Sinne eines Managementsystems beschrieben. Für andere Schienenfahrzeuge, wie Lokomotiven, lässt ECM nicht lange auf sich warten.

Allgemein werden folgende Grundanforderungen gestellt:

  • Bestimmung von Instandhaltungsfunktionen
  • Prozessorientierung
  • Abgleich und Kommunikation mit am Prozess Beteiligten
  • Umgang mit Risiken und Sicherheitsbetrachtungen
  • Eskalation von sicherheitsrelevanten Ereignissen (Fehlfunktionen, Unfälle, Störungen, Beinaheunfälle und andere gefährliche Vorkommnisse),
  • Eindeutige Festlegungen zu Inbetriebnahme- und Wiederinbetriebnahmeregelungen sowie Ausserbetriebsetzung.
  • Klare Kommunikationswege und Informationsfluss zwischen allen Prozessbeteiligten
  • System zur ständigen Verbesserung

Das Instandhaltungssystem

Die Verordnung fordert ein System innerhalb dessen „Funktionen“ festgelegt werden.

Im Gegensatz zu anderen gültigen Standards sind diese Funktionen als einzelne „Systeme“ zertifizierbar. Als eines der ersten Unternehmen sind wir seit Jahren für ECM-zertifiziert.

Im Einzelnen sind die Funktionen wie folgt beschrieben:

1.         Die Managementfunktion, die als übergeordnete Funktion der folgenden drei Funktionen für die Beaufsichtigung, Koordination und Gewährleistung des sicheren Zustands der Güterwagen verantwortlich ist. Diese Funktion ist nicht delegierbar und ist von der „Zuständigen Stelle“ selbst vorzunehmen.

2.   Die Instandhaltungsentwicklungsfunktion mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Instandhaltungsunterlagen, einschließlich des Konfigurationsmanagements auf der Grundlage von Konstruktions- und Betriebsdaten sowie Leistung und Erfahrung. Die Funktion ist delegierbar und muss vorzugsweise vertraglich mit dem durchführenden Partner abgestimmt sein.

3.     Die Fuhrpark-Instandhaltungsmanagementfunktion zur Verwaltung der Aussetzung von Güterwagen zur Instandhaltung und deren Wiederinbetriebnahme nach der Instandhaltung. Diese Funktion ist delegierbar und mit entsprechenden Partnern hinsichtlich der Leistungen zu fixieren. In der Praxis liegen diese Aufgabenbereiche typischerweise im Flottenmanagement.

4.         Die Instandhaltungserbringungsfunktion zur Erbringung der technischen Instandhaltung eines Güterwagens oder von Teilen davon, einschließlich der Betriebsfreigabeunterlagen. Hier sind wir im Bereich der Werkstätten sowie werkstattähnlichen Leistungen unterwegs. Auch hier gilt, dass die Verantwortlichkeit delegierbar ist.

Auch bei einer Vergabe der Funktionen 2 bis 4 muss die  Fähigkeit des durchführenden Partners zur Einhaltung der Forderungen aus der Verordnung nachgewiesen werden. Die entsprechenden Schnittstellen, insbesondere zum Austausch der erwarteten Leistungen und der operativen Kommunikation sowie deren Dokumentation, muss geregelt sein (Informationen aus dem Betrieb, Fahrzeugakten, Dokumentation von Ereignissen, Freigabeinformationen, Einhaltung gültiger technischer Standards, Instandhaltungsnachweise, …).

Es werden gesteigerte Forderungen an die Strukturierung von Daten und deren Erfassung und Aufbereitung sowie Archivierung gestellt. Die Kommunikation zwischen den Prozessbeteiligten ist durchgängig und transparent zu gestalten. Hierbei sind die Schnittstellen besonders zu betrachten und in der Aufbau- sowie Ablauforganisation zu beschreiben. Unsere Prozesse sind konform der Forderungen strukturiert und festgelegt. Entsprechende softwareseitige Tools, die Sicherheit, Reproduzierbarkeit und Transparenz gewährleisten, werden eingesetzt.  Wir unterstützen damit im Höchstmaß unsere Kunden, die Anforderungen des ECM`s sicher und prozessökonomisch zu erfüllen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass wir aufgrund des Charakters unseres Unternehmens Funktion 4 des ECM abbilden – gerne unterstützen wir jedoch auch die Anforderungen der anderen Funktionen im Dialog mit unserem Kunden.